Krimis & Thriller

Ein eisiger Hauch weht in Kanadas Süden

Das neue Traumpaar in der Thrillerliteratur heißt zweifellos John Cardinal und Lise Delorme. Vier Fälle konnten der kanadische Detective und seine Kollegin bereits lösen, aber was sie in "Eismord" auf dem Schreibtisch bekommen, übersteigt sogar die schlimmsten Vorstellungen der erfahrenen Ermittler. Für den Leser bedeutet der neue Fall absolute Hochspannung, die einen mit ihren eiskalten Klauen packt und bis zur letzten Seite zu fesseln versteht. Giles Blunts neuer Roman ist brillante Unterhaltung, die einen den Angstschweiß auf die Stirn treibt und für reichlich Nervenkitzel sorgt. Was der kanadische Autor hier abermals hinlegt, ist nicht nur durchweg spannend, sondern auch und vor allem ganz große Literatur, die dem Leser das Blut in den Adern gefrieren lässt - und zwar nicht ohne Grund.

Kunststudentin Sam kann es kaum erwarten, dass sie endlich ihren Freund Randall wiedersieht. Seit einigen Wochen treffen sie und der verheiratete Immobilienmakler sich heimlich in verlassenen Häusern, um sich heißen Liebespielen hinzugeben. Aber diesmal endet das Stelldichein für Sam mit einer Tragödie. Nachdem ihr Geliebter bereits gegangen ist, hört sie Stimmen im Haus und muss miterleben, wie ein Fremder zwei unschuldige Menschen brutal erschießt. Zwar kann sie vor dem Mörder entkommen, aber auf der Flucht verliert sie ihr Handy. Die Angst, dass er sie ausfindig machen und versuchen könnte, sie ein für allemal mundtot zu machen, ist nicht unbegründet: Seit jenem Abend erhält sie anonyme Anrufe. Jederzeit muss sie mit ihrem Tod rechnen - es sei denn, sie wendet sich in ihrer Verzweiflung an die Polizei und sucht Schutz bei Detective John Cardinal.

Cardinal hat alle Hände voll zu tun, nachdem Teenager zwei Leichen in einem Haus gefunden haben. Der Schock ist groß, denn den Toten fehlt der Kopf. Anfangs tappt die Polizei bei der möglichen Identität der Frau und des Mannes noch im Dunkeln, aber dank einer neugierigen Reporterin ist dieses Problem schon bald gelöst. Es handelt sich bei ihnen um Lev und Irina Bastov - zwei US-Bürger russischer Herkunft. Sie waren offenbar im Pelzgeschäft tätig und in Algonquin Bay zu Besuch. Eine große Auktion hat das Ehepaar nach Kanada gelockt. Die Ermittlungen offenbaren, dass Verbindungen zur Mafia bestanden. Wie sonst hätte Lev Bastov so viel Geld scheffeln können, ohne dabei eine krumme Tour zu fahren? Diese Frage stellen sich auch Cardinal und seine Kollegin Lise Delorme, die nicht mehr weiter wissen. Erst nach und nach stoßen sie auf die richtige Fährte und decken ein ungeheuerliches Verbrechen auf ...

Mehr Spannung als in "Eismord" geht nicht mehr. Der Leser kann froh und glücklich sein, dass Giles Blunt noch nicht daran denkt, in Rente zu gehen. Der kanadische Autor ist bekannt für erstklassige Unterhaltung, die nicht nur für Gänsehaut am ganzen Körper sorgt. Sein neuer Thriller ist einfach mörderisch gut und bedeutet für die Nerven eine große Zerreißprobe. Dieser hochexplosive Cocktail als fesselnder Spannung, Psychostudie und besonderer Atmosphäre verspricht ein süffiges Erlebnis, das für Atemlosigkeit sorgt. Und trotzdem ist die Lektüre extrem kurzweilig, sodass man kaum glauben kann, dass dieses Vergnügen ein Ende haben soll, weil man auf der letzten Seite angekommen ist. Hier wird nicht zu viel versprochen - nämlich Hochspannung und packende Unterhaltung von Kanadas Thrillerautor Nr. 1!

Susann Fleischer
09.01.2012 

 
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Das Buch:

Giles Blunt:
Eismord. Thriller. Aus dem Englischen von Anke und Eberhard Kreutzer

Bild: Buchcover Giles Blunt, Eismord

München: Droemer Verlag 2011
416 S., € 19,99
ISBN: 978-3-426-19914-5

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