Krimis & Thriller

Ein ruinser Roman - trotz pfiffiger Heldin

Mit "Die Ruine am See" setzt Martha Grimes ihre Romanserie um die scheinbar ewig zwölf Jahre alt bleibende Heldin Emma Graham fort. Bereits in "Hotel am See" und in "Still ruht der See" konnten wir Emmas Bemühungen als pfiffige und wagemutige Nachwuchsdetektivin mitverfolgen. Emma ist in dem kleinen Provinzstädtchen La Porte zu Hause und lebt mit ihrer Mutter in dem Hotel "Paradise" am Spirit Lake. Allerdings findet Emma hier nicht alles "paradiesisch", muss sie doch noch immer unter den Folgen der spannenden Mordgeschichte aus dem Vorgängerroman leiden. Der Teenager trägt dies jedoch mit Fassung und einem gewissen pubertären Selbstbewusstsein.

So dauert es auch nicht lange, bis Emma sich eines neuen ungelösten Kriminalfalls annimmt. Sie schnappt zufällig auf, dass aus dem ehemaligen Hotel "Belle Ruen" - das alle in La Porte nur "Belle Ruin" nennen - vor zwanzig Jahren das Baby einer reichen Familie entführt worden ist. Das Kind ist nie wieder aufgetaucht und Emma wundert sich, als sie erfährt, dass damals scheinbar keine Ermittlungen durchgeführt wurden. Die Handlung nimmt rasch an Spannung zu, wenn man zusammen mit Emma herausfindet, dass das ehemalige Hotel bereits nur noch eine Ruine ist. Ein Brand hatte es vor einigen Jahren zerstört und alle möglichen Beweise vernichtet. Die älteren Bewohner von La Porte jedoch erinnern sich an allerlei brisante Details, die sich vor der Entführung zugetragen haben sollen. Schnell vermutet Emma, dass dieses Verbrechen nur vorgetäuscht war - lebt das Baby womöglich noch? Sollten etwa die Eltern selbst die Täter sein?

Mit Emma Graham hat die Autorin Martha Grimes eine sympathische und schlaue Romanfigur geschaffen, die den Leser schnell in seinen Bann zieht. Mit großer Liebe fürs Detail malt Grimes das Leben der kleinen Emma in La Porte sowie die Einzelheiten des mysteriösen Entführungsfalls aus.

Leider endet der Roman abrupt und für den Leser an einer nicht nachvollziehbaren Stelle der Handlung, der Fall scheint nicht gelöst zu sein, eher wird der Leser inmitten der größten Spannung aus der Geschichte herausgerissen. Plant Martha Grimes hier einen vierten Fortsetzungsroman? Falls ja, sollte es eine Überlegung wert sein, dies auf dem Cover des Buches anzukündigen, denn andernfalls sieht sich der Leser verwundert einem "ruinenhaften" Ende gegenüber.

Maria Merten
24.08.2009

 
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Das Buch:

Martha Grimes: Die Ruine am See. Aus dem Amerikanischen von Cornelia C. Walter

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Mnchen: Goldmann Verlag 2009
413 S., 19,95
ISBN 978-3-442-31123-1

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