Krimis & Thriller

Krimiliteratur mit groem Suchtfaktor und noch grerem Unterhaltungswert

Haworth, 1845. Emily, Charlotte und Anne Brontë sind enttäuscht: Von ihrem Lyrikband wurden nur zwei Exemplare verkauft. Also beschließen sie, fortan Romane zu schreiben. Allerdings fehlt es an passenden Geschichten. Auf der Suche nach einer erfahren die drei Ungeheuerliches: In den Mauern des düsteren Anwesens Top Withens Hall wurden die Knochen eines Kindes gefunden. Clifton Bradshaw, der Hausherr des dunklen Gemäuers mitten im Moor, scheint dringend tatverdächtig. Zumindest hütet er so manches Geheimnis. So erzählt man sich im Dorf, er habe seine Seele dem Teufel verkauft. Doch was ist wirklich dran an den Gerüchten? Befinden sich die Schwestern im Haus eines Mörders? Nur eins ist schon bald klar: Dieser Fall hat es ziemlich in sich.

Als kurz darauf erneut ein Kind verschwindet, schwören Charlotte, Emily und Anne, es zu finden. Doch ein Unbekannter tut alles, um die drei selbst ernannten Detektivinnen aufzuhalten - um jeden Preis. Doch eine Brontë lässt sich so leicht nicht ins Bockshorn jagen. Die Schwestern blasen stattdessen zum Gegenangriff. Schließlich handelt es sich bei dem vermissten Jungen um einen guten Bekannten. Um ihn zu finden, scheuen Charlotte, Emily und Anne vor nichts zurück, nicht einmal vor dem Besuch bei einer Hellseherin. Leider ein Fehler. Die Schwestern müssen sich erneut auf ihren untrüglichen Spürsinn, ihr kombinatorisches Talent und ihren Einfallsreichtum verlassen, und ein bisschen Glück kann in diesem Fall auch nicht schaden ...

Krimiunterhaltung, die rockt wie kaum etwas anderes - was Bella Ellis schreibt, versetzt den Leser in größte, reinste Euphorie über Stunden lang. Die Geschichten der Britin beenden öde Nachmittage/Abende auf Dauer; insbesondere wenn Emily, Anne und Charlotte Brontë als Privatdetektivinnen die schwierigsten Fälle lösen. Von den dreien könnte so manch altgedienter Kommissar noch so einiges lernen. "Der namenlose Tote" überzeigt nicht nur mit Spannung und Charme, sondern, wie schon "Die verschwundene Braut" zuvor, vor allem mit den liebevoll gezeichneten Charakteren. Jeden schließt man sofort ins Herz. Ellis ist eine herausragende Autorin, und ihre Bücher sind besser als jede Droge. Hoffentlich gibt es ganz bald ein neues aus ihrer Feder!

Mit den Romanen von Bella Ellis erfährt man Crime-Time, die selbst eine Agatha Christie restlos und über alle Maßen begeistern würde. Diese sind ein ebenso spannender wie auch amüsanter Spaß von der ersten bis zur letzten Seite. Während der Lektüre von "Der namenlose Tote" kommt Langeweile zu keinem Satz auf. Man verfolgt die Ermittlungsarbeit der Brontë-Schwestern mit klopfendem Herzen, aber auch mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Das hat nicht nur Bestsellerpotenzial, sondern sogar das Zeug zum Klassiker in der (internationalen) Krimiliteratur.

Susann Fleischer 
07.06.2021

 
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Das Buch:

Bella Ellis: Der namenlose Tote. Kriminalroman. Aus dem Englischen von Kathi Linden

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Mnchen: Pendo Verlag 2021 368 S., 15,00 ISBN: 978-3-86612-482-0

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