Krimis & Thriller

Mafia, Jazz und Mord: Crime-Time, die den Leser noch mehr berauscht als Heroin und Kokain zusammen eingenommen

Es sind die Vierzigerjahre. Die Straßen New Yorks werden mit Heroin überflutet, die Macht der Mafia wächst unaufhaltsam, aus den Clubs schallt Bebop. Michael Talbot, Privatdetektiv im (Un-)Ruhestand, hat seine einstige Partnerin Ida Davis in die Millionenmetropole gerufen, um eine brutale Mordserie in einer Absteige in Harlem zu untersuchen, bei der vier Menschen ums Leben kamen. Der Killer soll ausgerechnet Talbots Sohn sein. Er soll zum Sündenbock gemacht werden. Obwohl er zum Tatzeitpunkt den Schlaf der Gerechten schlief. Dummerweise stellt sich schon bald heraus, dass Thomas James Talbot, 35 und Mitarbeiter im New York City Hospital, ein Geheimnis zu verbergen versucht. Bloß welches? Je tiefer Ida und Talbot in den Fall einsteigen, desto klarer wird ihnen, dass die Morde Teil einer größeren Verschwörung sind.

Unterdessen wird Gabriel Leveson zu einem Treffen mit Frank Costello, dem "capo die capi", einbestellt. Eine mittlere Katastrophe! Seit Jahren plant der Manager des berühmt-berüchtigten Copacabana-Clubs seinen Ausbruch aus dem unerbittlichen Griff der Mafia. Er will seinen eigenen Tod vortäuschen und gemeinsam mit seiner Nichte nach Mexiko verschwinden. Doch zehn Tage vor seiner geplanten Flucht stellt Costello ihm eine schier unmögliche Aufgabe: Entweder Gabriel spürt zwei Millionen Dollar wieder auf, die dem Herrscher der Unterwelt gestohlen wurden. Oder er wird bis an sein Lebensende gejagt. Gabriel rennt die Zeit davon. Da taucht ein alter Bekannter wieder in seinem Leben auf. Es gibt Gerüchte, dass der Mörder von Gabriels Schwester in der Stadt ist. Der Rachedurst lässt Gabriel plötzlich alles vergessen.

Mit der Ankunft des Jazzmusikers Louis Armstrong spitzt sich die Situation zu. Armstrongs Stern scheint im Sinken begriffen zu sein und ebenso wie der Tod Al Capones eine neue Epoche anzukündigen. Auf politischer Ebene sind die Würfel längst gefallen. Während die Mafia die "Docks" und die Vergnügungsbranche fest in der Hand hat, bestreitet J. Edgar Hoover entschieden die Existenz eines organisierten Verbrechens. Das FBI will sich fortan ganz dem Kampf gegen "unamerikanische Umtriebe" in Hollywood widmen. Während Talbot und Ida in Zusammenarbeit mit Armstrong versuchen, den Vierfachmord aufzuklären, kündigen sich politische und soziale Umbrüche an: die Gründung der CIA und der Beginn des Kalten Krieges mit seiner Fixierung allein auf die Gefahr, die den USA von außen droht ...

Unterhaltung, die einfach nur wow, wow, wow ist - die Romane von Ray Celestin rocken, und zwar mal so richtig und so grandios wie kaum etwas anders. Diese zu lesen, ist das Geilste auf der Welt. Einfach nur der Hammer, absolut wow, wow, wow, was man mit "Gangsterswing in New York" in die Hände kriegt. Seine "City Blues"-Reihe kann man fast schon als legendär in der Krimiliteratur bezeichnen. Es gibt damit nichts Vergleichbares zum Lesen. Denn diese zeugt nicht nur von ermittlerischer Raffinesse, sondern darüber hinaus von einer außerordentlich historischen Authentizität. Während der Lektüre glaubt man sich tatsächlich im New York des Jahres 1947. Chapeau, vor solch einer schriftstellerischen Meisterleistung! Die ist absolut grandios, sogar unschlagbar genial bis zum letzten Satz! Ohne jeden Zweifel: Kult zum Lesen!

Wie nur wenige andere Autoren schreibt Ray Celestin Krimiliteratur von solcher Genialität, dass es den Leser gleich ab der ersten Seite glatt vom Hocker haut. Seine Romane sind das Beste vom Besten im Bücherregal. Diese zu übertreffen, ist schier unmöglich! "Gangsterswing in New York" begeistert, genauso wie die Vorgängerbände "Höllenjazz in New Orleans" und "Todesblues in Chicago" über alle Maßen. Diese Story zu lesen, ist das absolute Highlight dieses Jahres. Kaum aufgeschlagen, fühlt man sich ob des grandiosesten Schreibkönnens des US-Amerikaners ganz berauscht, geradezu zu high wie von Drogen. Davon will man unbedingt einen weiteren Schuss!

Susann Fleischer 
08.06.2020

 
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Das Buch:

Ray Celestin: Gangsterswing in New York. Aus dem Englischen von Elvira Willems

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Mnchen: Piper Verlag 2020 640 S., 18,00 ISBN: 978-3-492-06165-0

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