Krimis & Thriller

Intelligenter Krimi aus dem Pferdesportmilieu

87 Jahre ist der walisische Krimischriftsteller Dick Francis gerade geworden, aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Warum auch, haben doch seine neuen Werke aus dem Pferdesportmilieu nichts von der Intelligenz und dem feinen Humor eingebüßt, die ein Markenzeichen des weltweit erfolgreichen Autors geworden sind. Eben ist sein Werk «Gambling» auf dem deutschen Markt erschienen - und schon erwarten seine britischen Leser ein weiteres Werk aus seiner Feder.

Als Protagonist steht in «Gambling» wieder einmal Sid Halley im Mittelpunkt des Geschehens, der schon in früheren Geschichten dem Guten zum Sieg verholfen hat. Wie sein Schöpfer Francis ist auch Halley früher Jockey gewesen. Beide mussten nach einem ungeklärten Unfall umsatteln: Während Francis fortan mit seinen Krimis Millionen begeisterte und verdiente, verdingt sich sein Romanheld als Privatdetektiv und nimmt mit Bravour, aber nicht ohne Blessuren alle kriminalistischen Hürden. Dieses Mal kommt er einem Wettbetrug auf die Spur. Dann geschieht während eines Pferderennens auch noch der Mord an einem früheren Jockey-Kollegen und schon steckt Halley in einem neuen Kriminalfall, der nicht nur ihn selbst, sondern auch seine Freundin in Lebensgefahr bringt.

Wie stets lässt der Grandseigneur unter den britischen Krimiautoren seine Leser heftig miträtseln, wer denn nun der Mörder ist. Und wie immer erfahren wir Details aus der Welt des Pferdesports, von den Machenschaften unseriöser Buchmacher und dem nicht immer harmonischen Miteinander von Pferdebesitzern, Trainern und Jockeys. Darüber hinaus hat Francis ein aktuelles Phänomen aufgegriffen: die wachsende Wett- und Spielleidenschaft der westlichen Welt, die sich vor allem im Internet austobt.

Thematisch ist Francis also auf der Höhe seiner Zeit, auch wenn er stilistisch nichts mit dem schnoddrigen Slang der Zeitgeist-Literatur gemein hat. Der Brite, dessen Bücher sich bis heute weltweit über 70 Millionen mal verkauft haben, hatte früher, in seiner aktiven Sportlerzeit, rund 350 Siege errungen und das Herz der Queen Mum erobert. 1956 endete seine Karriere nach einem Sturz. Sechs Jahre später erschien sein erster Krimi, dem bis heute rund 40 folgten. Mit den Geschichten rund um sympathische, vom Schicksal gebeutelte Helden und den Details vom Pferdesport hat er sich ein eigenes Genre geschaffen. Auch wenn seine Detektive wechseln - Ex-Jockey Sid Halley darf als seine wichtigste Romanfigur gelten.

Susanna Gilbert-Sättele, dpa
04.12.2007

 
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Das Buch:

Dick Francis:
Gambling. Ein Sid-Halley-Roman

Bild: Buchcover Dick Francis, Gambling. Ein Sid-Halley-Roman

Zürich: Diogenes Verlag 2007
416 S., € 21,90
ISBN: 978-3-2570-6604-3

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