Krimis & Thriller

Skandinavische Hochspannung at its best

Bogart Bull, Kommissar bei der Osloer Kriminalpolizei, durchlebt eine schwere Zeit, nachdem seine Frau und sein Kind bei einem "Unfall" ums Leben gekommen sind. Am Tag nach dem Unglück erfährt Bull, dass der Täter mit voller Absicht in das Auto seiner Frau raste. Es handelte sich bei ihm um einen jungen reichen Schnösel, den Bull als Vergewaltiger überführt hatte und vom Gericht zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Jetzt hat er das Leben von Bull zerstört. Der Kommissar verfällt dem Alkohol, macht seine Arbeit schlecht und wird schließlich von seiner Chefin beurlaubt. Nach der Entziehungskur darf er sich neuen Aufgaben stellen. Er wird zu Europol versetzt und soll von Oslo aus bei der Aufklärung von Todesfällen im Ausland tätig werden. Der erste führt Bull nach Südfrankreich.

In einer Luxusvilla in Sainte-Maxime wurde der schwerreiche Unternehmer und Kunstsammler Axel Krogh überfallen, gefoltert und bestialisch ermordet. Die Polizei glaubt nicht an einen Raubmord, denn abgesehen von einem Gemälde wurde nichts gestohlen. Bei diesem handelt es sich um Edvard Munchs "Selbstporträt in der Hölle" - darauf zu sehen: der Maler dargestellt als Dämon. Bull stürzt sich in die Ermittlungen. Doch alle Verdächtigen haben ein Alibi. Einige Tage später wird auch Kroghs Tochter Ella tot aufgefunden. Erneut fehlt jede Spur vom Täter. Bull und seine französischen Kollegen geraten unter Druck. Die Chefs wollen Erfolge sehen. Derweil strickt sich die Presse ihre eigene Geschichte zurecht. Bull gerät an seine Grenzen. Zumal Erinnerungen an glücklichere Tage ihm schwer zusetzen.

Bulls Suche nach dem Killer führen ihn schließlich in die Vergangenheit: zu einem grausamen, ungesühnten Verbrechen in den vierziger Jahren. Während des Zweiten Weltkriegs beging die SS unfassbare Gräueltaten. Durch ihre Schuld starben Millionen Unschuldiger. Aber einige Franzosen stellten sich den Besatzern entgegen und kämpften für die Freiheit ihres Landes mit allen Mitteln. Doch was haben die Kroghs damit zu tun? Bull deckt Ungeheuerliches auf. Er muss erkennen: Nichts ist so, wie es scheint ...

Krimiliteratur, die mörderischer kaum sein kann - die Bücher aus Øistein Borges Feder haben es echt ordentlich in sich, vor allem Nervenkitzel bis zum letzten Satz. "Kreuzschnitt" ist so gut geschrieben, dass es einem glatt vom Hocker haut. Der norwegische Schriftsteller hat es einfach drauf, seinen Lesern schlaflose Nächte zu bereiten. Borge sorgt für Thrill-Time der einsamen Spitzenklasse. Ein genialeres Debüt hat es seit "Erbarmen" nicht mehr gegeben. Kommissar Bogart Bull hat definitiv und ohne jeden Zweifel das Zeug dazu, Kultstatus zu erlangen wie Carl Mørck und wenige andere Ermittler. Seine Fälle sind spannend, spannender, am spannendsten und außerdem gnadenlos brillant. Von diesen kann man partout niemals genug bekommen. Also: Hoffentlich folgt ganz bald eine Fortsetzung!

Øistein Borge ist ein Krimiautor vom Kaliber eines Jussi Adler-Olsen. Er steckt in seine Romane mindestens 110 Prozent Spannung. Mit "Kreuzschnitt" kriegt man Ermittlungsarbeit vom Feinsten in die Hände. Hier geht es heftigst zur Sache. Vorsicht, die Story kostet einem das Seelenheil, und sogar das Leben. Herzinfarkt absolut garantiert!

Susann Fleischer
23.10.2017

 
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Das Buch:

Øistein Borge:
Kreuzschnitt. Kriminalroman. Aus dem Norwegischen von Andreas Brunstermann

Bild: Buchcover Øistein Borge, Kreuzschnitt

München: Droemer Taschenbuch Verlag 2017
336 S., € 9,99
ISBN: 978-3-426-30604-8

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