Kinder - & Jugendbücher

Laura Fosters „Fluch“-Trilogie - mindestens so gut wie Kerstin Giers „Edelstein“-Romane, wenn nicht sogar besser

Nach vier Wochen in Berlin kehrt Lisa endlich wieder nach Cliffmoore und damit zu Ben zurück. Doch das Wiedersehen gestaltet sich anders als gedacht oder erträumt: Es findet nämlich so schnell gar nicht statt. Ben geht nicht ans Telefon und er beantwortet auch keine von Lisas SMS. Ist ihre Beziehung etwa schon wieder vorbei, bevor sie überhaupt richtig beginnen konnte? Nicht nur diese Frage treibt Lisa um. Da ist noch dieser Fluch, der auf ihr und ihrer Mutter lastet. Lisa muss endlich etwas gegen diesen unternehmen. Von Nachbarin Rose erfährt sie, dass sie dafür lediglich den legendären Royal Scottish Crystal finden muss. Nur dummerweise weiß niemand, wo genau man nach dem suchen muss. Seit vielen, vielen Jahren ist dieser spurlos verschwunden.

Vielleicht bringt ein Besuch in Edinburgh Lisa auf eine heiße Spur. Dort geht es zusammen mit Ben, der verhassten Bitch Ashley und anderen auf Klassenfahrt. In den dunklen Gassen von Schottlands Hauptstadt bringt sich Lisa in große Gefahr. Ihr zur Seite steht allerdings nicht Ben, sondern Ewan. Er hat an Lisa mehr als freundschaftliches Interesse. Je mehr die beiden Zeit zu zweit verbringen, umso näher kommen sie sich. Dabei weiß Lisa nicht, ob sie Ewan überhaupt trauen kann. Doch dann wird Lisa eines Nachts von vermummten Gestalten verfolgt. Plötzlich ist sie froh über den Jungen an ihrer Seite. Gemeinsam werden sie nicht nur den Fluch brechen. Sie werden bestimmt auch den Schatz ausfindig machen, der angeblich in Geheimgängen unter Edinburgh versteckt ist...

Unterhaltung, die so gut ist, dass sie (fast) alles übertrifft - Laura Foster schreibt Geschichten, die ungemein fesselnd, höchst amüsant und phantastisch, phantastischer, am phantastischsten sind. Während der Lektüre von "Der Fluch von Castle Rock" bleiben garantiert keinerlei Leserwünsche offen. Hier findet man zwischen zwei Buchdeckeln alles für einen Tag und einen Abend fernab von jeglicher Langeweile. Die Lesestunden vergehen wie in Windeseile, also viel, viel zu schnell. Von der ersten bis zur letzten Seite will sich die Begeisterung über so viel und so genialen Lesespaß einfach nicht legen. Foster ist definitiv das größte Talent unter Deutschlands Schriftstellern seit Cornelia Funke oder Tanja Heitmann. Hoffentlich wird man noch einiges von ihr lesen dürfen.

Wenn Jugendliteratur, dann unbedingt aus der Feder von Laura Foster. Mit "Der Fluch von Castle Rock" gelingt der deutschen Autorin ein absolutes Lesehighlight. Und außerdem beweist sie, dass ihr Debüt "Der Fluch von Cliffmoore" keineswegs ein One-Hit-Lesewunder war, sondern vielmehr das Produkt einer Meisterin ihres Fachs. Nämlich genau solch eine ist Foster. Und ihr neuer Roman ist genau das Richtige für Mädchen ab zwölf Jahren, aber ebenso für Erwachsene, denen der Sinn nach etwas Spannung im Leben steht.

Susann Fleischer
22.02.2016

 
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Das Buch:

Laura Foster: Der Fluch von Castle Rock

Bild: Buchcover Francesc Miralles, Das unvollkommene Leben oder wie das Glück zu Samuel fand

Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2016
384 S., € 14,99
ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-473-40134-5

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