Kinder- & Jugendbücher

Origineller Lesespaß à la "Das Haus am See"

Nach dem tragischen Unfalltod ihrer Eltern wächst Ameliah bei ihrer "Nan" auf. Nicht selten überkommt sie die Trauer. Noch immer setzt ihr der Verlust schwer zu. Doch wenn sie jemals wieder unbeschwert durchs Leben gehen möchte, muss sie sich ihrem Schmerz endlich stellen. In mehreren Kartons bewahrt Ameliah Erinnerungen an eine glücklichere Zeit auf. Als die Sommerferien beginnen, packt sie die erste Schachtel aus. Darin befinden sich unter anderem selbstaufgenommene Musikkassetten. Zwischen den Liedern hört Ameliah eine Stimme, die ihr seltsam vertraut ist. Ihre Großmutter will das Mädchen nicht fragen. Die kommt bei der Erziehung eines Teenagers ziemlich an ihre Grenzen.

Zu einer anderen Zeit an einem anderen Ort: Der 13-jährige Ryan ist zum ersten Mal verliebt. Eve heißt das Mädchen seiner Träume. Sie kommt aus Irland und ist ein Jahr älter als er. Ryan glaubt nicht, dass er überhaupt Chancen bei Eve hat. Und trotzdem nimmt er für sie ein Mixtape auf. Eben genau dieses findet sich viele Jahre später bei Ameliah im Kassettenrecorder wieder. Ameliah staunt nicht schlecht. Denn bei Eve handelt es sich um ihre Mutter. Plötzlich ist es, als wäre sie ihr wieder ganz nah. Und Ameliah kommt ihr noch näher, als ein gewisser Joe bei ihr zuhause auftaucht. Offenbar ist er ein alter Freund von Ameliahs Eltern und weiß so manches über sie zu erzählen ...

Unterhaltung zum Seufzen schön - Jugendliche wie Erwachsene gleichermaßen werden von den Geschichten aus Steven Camdens Feder garantiert nicht genug bekommen. Denn diese bedeuten Gefühlskino à la John Green. Was man mit "Press Play" in die Hand bekommt, ist Literatur, die alles andere glatt in den Schatten zu stellen vermag. Man ist ganz berauscht, geradezu trunken, von all den Emotionen. Der britische Autor begeistert seine Leser mit einem Debüt, das man nur als "sensationell gut" bezeichnen kann. Seine Romane sind ohne jeden Zweifel ein Hochgenuss. In diesen steckt jede Menge Lesespaß. Kein Wunder, dass man auch den vorliegenden partout nicht mehr aus der Hand legen kann.

"Press Play" liest sich ein wenig wie "Das Haus am See". Mehr als einmal kämpft man während der Lektüre von Steven Camdens Jugendbuch mit den Tränen. Die Story geht einem ans Herz und lässt dieses höher schlagen. Hier findet man zwischen zwei Buchdeckeln ein Lesevergnügen der romantischen Art. Auf der letzten Seite angekommen fühlt man sich so glücklich wie selten zuvor im Leben.

Susann Fleischer
09.11.2015

 
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Das Buch:

Steven Camden:
Press Play. Was ich dir noch sagen wollte. Aus dem Englischen von Alexandra Ernst

Bild: Buchcover Steven Camden, Press Play. Was ich dir noch sagen wollte.

Ravensburg: Ravensburger Buchverlag 2015
352 S., € 16,99
ab 12 Jahren
ISBN: 978-3-473-40126-0

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