Kinder- & Jugendbücher

"Sonne, Mond und Sterne" ist wieder da!

Das Konzept der Erstlesereihe "Sonne, Mond und Sterne" aus dem Hause Oetinger ist ebenso simpel wie genial: Originelle Geschichten bekannter Autoren und farbenfrohe Illustrationen verleiten Kinder ab sechs Jahren zum Lesen. In drei Lesestufen wird der Schwierigkeitsgrad langsam erhöht, sodass ein Lernerfolg quasi garantiert werden kann. Wenn man sich Kirsten Boies humorvolle Geschichte "Kann doch jeder sein, wie er will" zur Hand nimmt, kann man diesen Eindruck nur bestätigen.

Eines Morgens erzählt die Lehrerin Frau Wagenbach ihrer vierten Klasse von einer tollen Idee: Sie hat ihre alte Studienfreundin Susanne wiedergetroffen. Im Gespräch beschließen sie, Brieffreundschaften zwischen ihren beiden Klassen aufzubauen. Schließlich hat so eine Brieffreundschaft nur Vorteile: Man kann die ganze Zeit über Ballett reden, mit einem Pony auf dem Deich reiten und gemeinsam pinke Sachen einkaufen gehen - so zumindest Robins Vorstellungen. Denn trotz des Jungennamen ist Robin doch ein richtiges Mädchen. Voller Eifer macht sich die Viertklässlerin daran, einen Brief zu schreiben, und verrät darin der zukünftigen Brieffreundin ihre Hobbies (Ballett), Lieblingsfarbe (Pink) und ihr absolutes Lieblingstier (Pferde) - eben alles, was das Herz aller Mädchen höher schlagen lässt.

Wie sich Tage später zeigt, werden Robins Hoffnungen bitter enttäuscht. Alex aus Hamburg hat nicht annähernd die gleichen Interessen wie Robin. Mit seiner Fußballleidenschaft und dem Faible für Elektrogeräte ist er so ziemlich genau das Gegenteil von Robin. Für beide ist es ein ziemlich großer Schock. Aber eine andere Wahl, als diese Brieffreundschaft fortzuführen, bleibt ihnen wohl nicht. Schließlich müssen nicht alle Menschen gleich sein – so das Argument der Erwachsenen. Als Alex Robin dann besucht, ist alles anders als gedacht: Robin dachte doch, Alex wäre ein Mädchen und andersrum. Ein fataler Irrtum, wie beide erkennen müssen. Nun dürfte einer wunderbaren Freundschaft nichts mehr im Wege stehen, oder?!

"Kann doch jeder sein, wie er will" ist eine humorvolle Verwechslungsgeschichte, die bei Kindern ab acht Jahren die Lust am Lesen fördert. Mit Witz und klugem Hintersinn erzählt Autorin Kirsten Boie vom Recht auf Individualismus und Andersartigkeit. Die angenehme Schriftgröße, kindergerechte Sprache und der amüsante Plot führen dazu, dass Kinder das Buch nicht so schnell zur Seite legen werden. Damit reiht sich das vorliegende Kinderbuch neben Büchern wie "Die Olchis" oder "Buchstabenfresser" erfolgreich in die Tradition von "Sonne, Mond und Sterne": Kindern die Freude an Büchern vermitteln und sie langsam an schwierigere Texte gewöhnen. Und wer nach der Beendigung des Buches noch nicht genug hat, kann sich bei Lesespielen auf www.LunaLeseprofi.de so richtig austoben. Ein Muss in jedem Bücherregal!

Susann Fleischer
25.01.2010

 
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Das Buch:

Kirsten Boie:
Kann doch jeder sein, wie er will. Mit Illustrationen von Stefanie Scharnberg

Bild: Buchcover Kirsten Boie, Kann doch jeder sein, wie er will

Hamburg: Oetinger Verlag 2010
64 S., € 7,95
ab 8 Jahren
ISBN: 978-3-7891-0663-7

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