Kinder- & Jugendbücher

15 Gedichte des unvergessenen Humoristen

Heinz Erhardt wäre im Februar diesen Jahres einhundert Jahre alt geworden. Grund genug, noch einmal einige seiner Gedichte hervorzuholen und sich an dem ganz speziellen Humor des unvergessenen Schauspielers und Dichters zu erfreuen. Ebenso zeitlos wie alterslos erscheinen die Gedichte auch noch 30 Jahre nach dem Tod des bekannten Humoristen - bereits kleine Kinder, aber auch Erwachsene werden gleichermaßen angesprochen vom Humor Heinz Erhardts, der es verstand, auch die kleinen Dinge des Lebens zum Gegenstand seiner Lyrik werden zu lassen.

15 Gedichte wurden ausgewählt und von der mehrfach ausgezeichneten österreichischen Illustratorin Christine Sormann farbenfroh illustriert. Anders als die besagten Zitronen, die sauer wurden, weil sie nicht so sein konnten wie Melonen, besticht bereits der in Gelbtönen gehaltene Einband durch seine Farbgebung und lässt auf gute Laune beim Lesen der fröhlichen Gedichte hoffen. Beim Weiterblättern wird man nicht enttäuscht - die leuchtenden Farben durchziehen das gesamte Buch und vertreiben gemeinsam mit den Gedichten, hinter denen man geradezu das Augenzwinkern ihres sympathischen Verfassers zu sehen glaubt, auch die letzte Winterdepression. Ob jedoch die Illustratorin bei der Darstellung der Mondzyklen zum Gedicht "Himmlischer Käse" die Phasen des zu- und abnehmenden Mondes bewusst vertauscht hat, darf bezweifelt werden - obwohl natürlich auch der Dichter in seinen kleinen lyrischen Werken immer ein Stück weit eine verkehrte Welt präsentiert.

Oft sind es Tiere, die in den ausgewählten Gedichten im Mittelpunkt stehen: Heimische Tiere wie der verliebte Igel, der selbst seiner Angebeteten zu stachlig ist und der Regenwurm, der in der Sonne beginnt sich zu regen, aber auch exotische Tiere, wie man sie bei uns bestenfalls im Zoo findet, wie beispielsweise den Schimpansen aus Hagenbeck, der seinen Verwandten im Urwald einen Brief schreibt.

Nach so viel Frohsinn glaubt man am Schluss fast selbst "Ente gut, alles gut", wäre da nicht der böse Jägersmann, der im Schilf auf neue Beute lauert oder die Menschenmassen, die tagtäglich in den Zoo strömen und dummes Zeug reden. Nur fröhlich ist die Welt, die Heinz Erhardt in seinen Gedichten entwirft also doch nicht - aber ein bisschen bunter wird sie durch seinen Frohsinn allemal.

Claudia Birk-Gehrke
30.03.2009

 
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Das Buch:

Heinz Erhardt:
Warum die Zitronen sauer wurden. Mit Illustrationen von Christine Sormann

Bild: Buchcover Heinz Erhardt, Warum die Zitronen sauer wurden

Oldenburg: Lappan Verlag 2009
48 S., € 12,95
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-830-33223-7

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