Kinder- & Jugendbücher

Reise in eine andere Welt

Die ersten Vormenschen gab es vor circa sieben bis sechs Millionen Jahren. Die folgenden Arten sind kaum bekannt, bis im Jahre 1856 im Neandertal Knochen eines Urmenschen gefunden worden sind. Fortan heißen alle Vertreter dieser Gattung "Neanderthaler". Sie teilten sich die Welt mit Tieren wie Mammuts - ehemals Verwandte der heutigen Elefanten -, Wisents und Wildpferden. Um die damaligen Lebensumstände besser verstehen und nachvollziehen zu können, hat die Stiftung Neanderthal Museum in Mettmann das Büchlein "Mammutfurz und Feuerstein" herausgegeben. Zusammen mit den beiden Museumsbesuchern Paula und Sean begibt sich der Leser auf eine Zeitreise in das Neandertal.

Der coole Neanderthal-Junge Kawiuk und das vorwitzige Mammutmädchen Tinka sind zwei exemplarische Vertreter für die damalige Zeit. Sie geben wichtige Erläuterungen zu einigen Themen. Bevor auf die Details eigegangen wird, gibt es einen kurzen Überblick über die Mammuts. Sie tauchten erstmals vor ungefähr vier Millionen Jahren auf und starben zum Ende der Eiszeit. Sie sahen ähnlich wie unsere heutigen Elefanten aus, wie man anhand von Höhlenmalereien erkennen kann. Man hat sogar Mammutdung gefunden, anhand dessen man die Mammuts als Vegetarier identifizieren konnte.

Die damaligen Lebensumstände sind allerdings keineswegs vergleichbar mit den heutigen. So muss Kawiuk zusammen mit den Frauen Pflanzen und Beeren sowie Steinmaterial sammeln. Abends sammelt er immer zusammen mit seinen Freunden Feuerholz. Ab und zu darf er sogar mit den anderen Männern auf die Jagd gehen. Also nicht zu vergleichen mit der Freizeitgestaltung heutiger Kinder, die nach der Schule Hausaufgaben machen, zum Sport gehen, mit Freunden spielen und ihr Essen im Supermarkt einkaufen.

Aber auch äußerlich unterscheidet sich der Neanderthaler vom Homo sapiens sapiens - dem modernen Menschen. Die Knochen waren stärker ausgeprägt, der Schädel hatte eine andere Form und andere Haare zierten den Kopf. Adrie und Alfons Kennis haben sogar Kawiuks Großvater nachgebaut, der im Museum ausgestellt ist.

Diese und noch viel mehr Informationen (so sind nach dem Erlegen eines Tieres alle seine Bestandteile benutzt worden: das Fleisch als Nahrung, das Fell als Kleidung und andere Körperteile wie Sehnen oder Geweihe als Werkzeuge) sind in diesem kleinen Büchlein enthalten. Daneben gibt es zudem noch ein Rätsel, bei dem man sein erworbenes Wissen unter Beweis stellen kann. Zudem gibt es eine ausführliche Anleitung, wie man ein Feuer ohne Streichhölzer oder Feuerzeug herstellen kann, sowie ein Rezept für eine leckere Steinzeitsuppe.

Das Buch ist eine gute Abrundung für einen Tag im Museum. Aber man kann es auch ohne einen vorhergehenden Museumsbesuch verstehen. So ergründen Kinder zeitliche Geschehnisse, die sie später verwenden können. Ein kleines Minus ist die Wahl der Farbgestaltung. Die Hintergrundfarben wechseln von orange zu grün, gelb und pink. Etwas Einheitlicheres wäre wünschenswert gewesen.

Susann Fleischer
12.01.2009

 
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Das Buch:

Bärbel Auffermann, Dunja Berens:
Mammutfurz und Feuerstein

Bild: Buchcover Bärbel Auffermann, Dunja Berens, Mammutfurz und Feuerstein

Mettmann: Stiftung Neanderthal-Museum 2008
58 S., € 7,80
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-935624-07-7

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