Kinder- & Jugendbücher

Experimentierfreude für Groß und Klein

Viele kennen sicherlich diese Situation: Das Kind beobachtet ein Phänomen in der Natur, rennt dann zu Mama und Papa und fragt schließlich: Warum ist das so? Doch ist der Nachwuchs meist noch zu klein, um die komplizierten Vorgänge wie Fotosynthese, Bestäubung oder ähnliches zu erklären. Also endet die Fragestunde mit einem unbefriedigenden Ergebnis. Aber dem kann man Abhilfe schaffen. Experimente eignen sich hervorragend, um Kindern spielerisch komplexe Abläufe näher zu bringen und sie für das Thema zu begeistern. Einige interessante Experimente beinhaltet das Buch "Warum Blumen bunt sind und Wasserläufer nicht ertrinken" von Christine Broll.

Die Eltern können zusammen mit ihren Kleinen verschiedene Versuche durchführen. Dabei beschäftigt sie sich unter anderem mit den Themen: Fotosynthese, Bestäubung/Befruchtung von Pflanzen, vegetative Vermehrung (mittels Knollenbildung oder Brutzwiebeln), Tierwelt und einigen mehr. Die Hilfsmittel für die nötige Durchführung sind dabei leicht zu finden: Es werden Gegenstände benötigt, die man im Haushalt vorfinden kann, wie beispielsweise Gurkengläser, Watte, Tintenpatronen, Strohhalme, PET-Flasche, Blumenerde, Kieselsteine, Backpulver, Pflanzen, Obst und Gemüse, diverse Tiere wie Regenwürmer, Fruchtfliegen und Spinnen und vieles mehr. Ansonsten sind noch Interesse und Ausdauer wichtig. Die Experimente sind so gestaltet, dass Eltern sie mit jüngeren Kindern (ab vier Jahren) durchführen können.

Das Buch ist so aufgebaut, dass Broll zuerst auf die Vorgehensweise im Experiment eingeht. Dies tut sie Schritt für Schritt, sodass man dies leicht nachmachen kann. Die anschließenden Ergebnisse werden wissenschaftlich begründet, aber ohne dabei auf Fachtermini zurückzugreifen. Selbst als Nicht-Biologe sind die Vorgänge nachvollziehbar. Und man kann sie dem Kind näher bringen. Doch damit ist noch nicht Schluss. Die Autorin zeigt in einem zusätzlichen Ansatz weitere Möglichkeiten bezüglich des Experiments auf. So muss man zum Beispiel Kresse nicht in einem Blumensetzer aufziehen, sondern eine Eierschale, auf die ein lustiges Gesicht gemalt ist, eignet sich gleichfalls. Oder man kann mit Hilfe von Erbsen zur Geisterstunde seinen Schabernack treiben, indem getrocknete Erbsen in ein Wasserglas gegeben werden, die sich dann mit dem Wasser vollsaugen und anschließend auf einen Teller klacken. Dies kann jeden Erwachsenen aus der Fassung bringen, erst recht dann, wenn dieser nicht weiß, woher dieses seltsame Geräusch kommt.

Aufgelockert wird das Ganze durch die liebevollen und teils lustigen Illustrationen von Erik Liebermann, die aber leider in schwarz-weiß gehalten sind. Buntillustriert würde der Witz dieser allerdings noch besser rüberkommen. Die Absicht, Kindern die Naturwissenschaften auf spielerische Weise näher zu bringen und bestimmte Phänomene und Vorgänge begreiflich zu machen, wird mittels dieses Buches erreicht.

Susann Fleischer
03.11.2008

 
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Das Buch:

Christine Broll:
Warum Blumen bunt sind und Wasserläufer nicht ertrinken. Mit Illustrationen von Erik Liebermann

Bild: Buchcover Christine Broll, Warum Blumen bunt sind und Wasserläufer nicht ertrinken

Freiburg: Herder Verlag 2008
160 S., € 14,95
ab 4 Jahren
ISBN: 978-3-451-29970-4

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