Kinder- & Jugendbücher

Ein kleines Mädchen, ein enges Zimmer und zu viele Kuscheltiere - kann ein Auswandern der Tiere nach Afrika die Lösung sein?

Johannas siebter Geburtstag steht bevor und damit auch die Entscheidung, von welchem ihrer zahlreichen Kuscheltiere sie sich nun trennen soll. Denn eines ist sicher: Ihr Zimmer ist einfach zu voll und zu klein für noch mehr Spielsachen. Da ist es gar nicht so leicht, sich zu entscheiden, welche der niedlichen Gefährten kurzerhand zu ihrer noch nicht mal dreijährigen Cousine Cornelia nach Berlin verschickt werden - zumal das ungestüme Mädchen bereits Teddybären im Klo versenkte. Auch eine gemütliche Kiste im Keller klingt nicht gerade verlockend, wenn man bedenkt, dass die Barbiepuppen an ein schickes Wohnhaus mit Pferdestall gewöhnt sind. Vielversprechend hört sich für die Kuscheltiere da doch eher Johannas dritter Vorschlag an: die Auswanderung nach Afrika - schließlich haben dort viele Kinder nur wenig Spielzeug und jedes der Kuscheltiere und Puppen könnte dort ein Lieblingsspielzeug sein und nicht nur eines unter vielen. Kurzum: Die Tiere sind begeistert und wollen gleich die Reise in das ferne, warme, wundersame Land antreten! So hatte sich Johanna das Platz-Schaffen jedoch nicht vorgestellt - zum Glück fällt ihr noch ein, dass das afrikanische Spielzeugmonster an Geburtstagen mindestens hundert Stofftiere verspeist. Der Trick gelingt und die tierische Reisegruppe bleibt. Aber ob Johanna am nächsten Tag dennoch Geschenke erwarten kann? Das wird sich für Johanna am nächsten Morgen nach einer unruhigen Nacht in einem Berg von Kuscheltieren entscheiden. Nur eines sei an dieser Stelle noch verraten: Natürlich geht diese wunderbare Geschichte für das kleine Mädchen mehr als gut aus!

Martin Baltscheit ist es gelungen, eine kurzweilige Geschichte zu einem allseits bekannten Thema zu schreiben, die sowohl für kleine Erstleser ab ungefähr sieben Jahren einen Leseanreiz bietet, aber auch dem erwachsenen (Vor-)Leser stellenweise noch ein Schmunzeln entlockt, wenn beispielsweise die eifrigen Tieren plötzlich reisefertig vor Johanna stehen und noch beiläufig erwähnt wird, dass die meisten sogar schon auf der Toilette waren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die kleine Johanna und die verzwickte Lage, in der sie sich befindet: Sie muss sich von einigen Spielzeugen trennen - kann aber keine wirkliche Entscheidung treffen, denn da sind ja die ganzen Tiere, die Spielsachen und die Barbiepuppen, die alle ihren eigenen Willen, ihre Sorgen über die ungewisse Zukunft haben und zunächst will keiner freiwillig gehen. Glücklicherweise steht kein mahnender Erwachsener neben Johanna, der ihr einen Vortrag über unaufgeräumte Zimmer und zu viele Spielsachen hält und damit unterscheidet sich dieses Buch von vielen Büchern ähnlicher Thematik, in denen Kinder zum Aufräumen animiert werden sollen. Johanna kann alle ihre Kuscheltiere behalten, verbringt dennoch mit ihren Eltern einen wunderschönen Geburtstag und ihre große Kuscheltierfamilie erhält sogar noch unerwartet Zuwachs!

Ein weiteres, liebevoll gestaltetes Buch aus der Reihe Tulipan ABC mit phantasievollen Illustrationen von Marion Goedelt, das Kindern Spaß macht, ihrer Vorstellungskraft entgegen kommt und ihre in diesem Fall zum Glück nur kleinen Nöte ernst nimmt!

Claudia Birk-Gehrke
25.08.2008

 
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Das Buch:

Martin Baltscheit:
Keine Kuscheltiere für Johanna. Mit Illustrationen von Marion Goedelt

Bild: Buchcover Martin Baltscheit, Keine Kuscheltiere für Johanna

Berlin: Tulipan Verlag 2008
48 S., € 7,95
ab 7 Jahren
ISBN: 978-3-939944-20-1

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