Gedichtbnde

Dem Alltag abgeschaut

Micha Hagen ist eine Autorin, die nicht so anmaßend ist, sich mit Goethe zu messen. Trotzdem nimmt sie in ihrem Vorwort auf den großen deutschen Dichter Bezug, weil auch sie Gedichte schreibt. Ansonsten gibt es aber keine Anknüpfungspunkte. Ihre Lyrik, meist in längerem Versmaß, kommt wie im Plauderton daher. Sie erzählt in gereimten Versen über Fragen des Alltags, die sie bewegen und die jeden angehen, aber oft nicht mehr in das Bewusstsein dringen. Es sind aber gerade diese Begebenheiten, wie zum Beispiel ein Stau auf der Autobahn, die unsere Nerven strapazieren.

Die Autorin weist immer wieder darauf hin, dass man sich von solchen Misslichkeiten nicht die Laune verderben lassen soll. So gesehen versteht sie ihre Verse auch als Wellness für die Seele, denn bei allen Unannehmlichkeiten, gibt es immer auch einen positiven Lichtblick. So gibt es Gedichte, in denen sie dem Leser Ratschläge erteilt und aufzeigt, wie schön das Leben ist, denn es schenkt uns unendlich viele wundervolle Eindrücke, den Sonnenuntergang ebenso wie die Klänge der Musik und auch Träume, die uns begleiten. So kommt sie zu der Schlussfolgerung, dass das Leben ein Geschenk ist und jeder die Zeit nutzen soll, die ihm gegeben ist.

Einige Gedichte sind Ereignissen wie Jubiläen, Geburt und Hochzeit gewidmet. Es sind Verse, in denen die Autorin ihre Glückwünsche ausspricht und damit zeigt, dass es in jedem Leben Höhepunkte gibt, die es zu würdigen lohnt und die man entsprechend begehen soll. Voller Dankbarkeit wendet sie sich auch an den Partner und die Eltern. Bei allem bleibt aber auch das Berufsleben nicht unberücksichtigt. Der Arbeitsalltag ist mit einer Prise Humor beobachtet worden und lässt den Umgang unter Kollegen und die Rolle des Chefs in einem besonderen Licht erscheinen.

Micha Hagen liebt den Frohsinn und die Heiterkeit, Trübsal ist ihr fern. Als sie über ihre Rolle als Hausfrau und Defekte von Geräten nachdenkt und sich an einen Friseurbesuch erinnert, weicht sie vom Versmaß ab und gleitet in einen Prosatext über.

Miteinander sprechen, sich verstehen und Vorurteile abzubauen sind ihr ebenso ein Bedürfnis, wie auf Zeitdruck und Stress hinzuweisen, wobei sie immer bemüht ist, Auswege aus der Situation aufzuzeigen. So ist es nur natürlich, dass auch Gedichte zu sonnigen Gedanken in ihrer Sammlung nicht fehlen.

Dr. Helga Miesch
03.06.2013

 
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Das Buch:

Micha Hagen: "Die neue Goethe". Alltagsgedichte

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Frankfurt: August von Goethe Literaturverlag 2013
92 S., 11,80
ISBN: 978-3-8372-1286-0

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