Ratgeber

Erste Hilfe fr den Geldbeutel

Die Zunahme der Schuldnerzahlen zeigt es deutlich: Armut ist weit verbreitet und greift immer mehr um sich. Egal, ob als alleinstehende Person oder in einer Gro?familie: Man muss mit dem Geld haushalten. Das klappt nicht immer, zumal der Griff zur Kreditkarte, die g?nstigen Ratenzahlungen und niedrige Zinsen dazu verlocken, gern mal ein bisschen mehr zu investieren. Man rechnet mit baldm?glichem Ausgleich, eine Entlassung oder ein Verdienstausfall durch Krankheit machen aber einen Strich durch die Rechnung und ehe man es sich versieht, wird man zum Sozialfall.

Frank Goyke hat einen Leitfaden geschaffen, mit dem man Licht ins Dunkel bringt und dunkel ist die private Haushaltsf?hrung f?r viele ganz gewiss. Ordnung in den Unterlagen ist eine Sache, die man von einem Firmenbuchhalter erwartet, nicht aber von sich selbst. Goyke macht gleich klar, dass man mit einer laxen Einstellung zu diesen Fragen ziemlich schnell ziemlich schwach ausschaut.

Goyke gliedert klar durch. Buchhaltung tut Not lautet, das erste Gro?kapitel und darin checkt er jeden einzelnen Ausgabenposten und erkl?rt, ob man das braucht oder nicht und wie man herausfindet, was f?r einen selbst da die beste Form ist.

Nach dieser Einf?hrung geht es noch intensiver direkt in die Praxis. Elf Beispiele (schlie?lich gibt es eine gewaltige Menge an Lebensformen!) werden gr?ndlich beleuchtet und aufgezeigt, was so gern vergessen wird und sich letztlich zum Strick summiert. Zahlreiche F?lle, die jeden Tag vorkommen wie Unterhaltspflichten, Pflegefall, Steuerklassenkombina-tionen, Verm?gensbildung, aber auch die gute und direkt in die Praxis ?bernehmbare Darstellung von Arbeitslosengeld, -hilfe, Sozialgeld, Wohngeld helfen, sich einen guten ?berblick zu verschaffen. Wo man ?berall den Rotstift ansetzen kann, zeigt Goyke ziemlich klar auf. Das dritte gro?e Kapitel widmet sich dem Thema ?In der Schuldenfalle?. Goyke zeigt auf, welche Schuldenarten es gibt, wie man sich ehrlich und konsequent mit dem Thema auseinandersetzt und welche M?glichkeiten es gibt, aus diesem Tal wieder herauszukommen. Danach folgt noch ein gro?er Anhang mit Adressen wichtiger Anlaufstellen, die weiterhelfen und Schuldnerberatungsanschriften in den einzelnen Bundesl?ndern f?r den Fall der F?lle, es finden sich aber auch die Verbraucherzentralen und die ber?hmte D?sseldorfer Tabelle als Grundlage von Unterhaltszahlungen. Nat?rlich wird an diesen Daten gern und oft etwas ge?ndert, doch an den Ausf?hrungen von Goyke r?ttelt ein Cent hinauf oder hinunter nicht.

Es ist g?nstig, sich das Buch zu Gem?te zu f?hren, ehe das Kind in den Brunnen gefallen ist. Beim Thema Geld h?rt n?mlich nicht nur manche Freundschaft auf, oft genug bleiben Selbstachtung und ein weiteres geordnetes Leben au?en vor, wenn die finanzielle Talfahrt zur Sozialhilfe zwingt. Leben heute ist ein Balanceakt zwischen vielen Armen und wenigen Reichen, gelockt von einem riesigen Konsumangebot landet man schnell unterhalb der Armutsgrenze. Hier rechtzeitig Einhalt zu gebieten und nur mit den Pfunden zu wuchern, die man auch tats?chlich in der Hand (und vor allem: ?brig!) hat, ist eine Frage konsequenter Selbsterziehung. Ehrlich und realistisch sollte man seine Aufstellung machen und dazu hilft Goykes Buch. Er wirft ein Auge in jede m?gliche Ritze und zieht gnadenlos ans Licht, was man gern vergessen h?tte ? wissen Sie eigentlich, wie viele Ausgaben Sie jeden Monat ?vergessen?, in Ihr Haushaltsbuch einzutragen? Sie haben sicherheitshalber keines? Dann sind Sie entweder sehr reich oder Sie lieben als Single das Risiko, denn eine Familie wollen Sie doch nicht ins Ungl?ck st?rzen, oder?

Keine leichte Kost, das Thema ist krisenanf?llig, Streitfaktor Nr. 1 in Familien, entscheidet ?ber Wohl und Wehe und d?rfte das am liebsten ignorierte Aufgabengebiet im t?glichen Leben sein. Bis die Karte nicht mehr aus dem Automaten kommt. Also: rechtzeitig lesen. ?brigens: Vor Fachchinesisch bleiben Sie bei diesem Buch verschont. Schauen Sie heute Morgen mal spa?eshalber in Ihren Geldbeutel und am Abend noch einmal: Ebbe, wo Sie doch kaum etwas gekauft haben? Zigaretten, Zeitung, ein bisschen Gem?se, die vier Euro f?rs Geburtstagsgeschenk der Kollegin und ... ? es l?ppert sich ganz sch?n was zusammen. Geben Sie Ihr Geld lieber f?r das Buch aus.

-csc
06.02.2003

 
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Das Buch:

Frank Goyke: Klarkommen mit dem Einkommen. Private Haushalts- und Kreditplanung

CMS_IMGTITLE[1]

Zrich: Orell Fssli 2002
208 S.
ISBN: 3-280-02646-6

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