Ratgeber

Auf den Spuren römischer Kaiser in Deutschland

Colonia Claudia Ara Agrippinensium, Mogontiacum und Augusta Treverorum - heute besser bekannt als Köln, Mainz und Trier - sind wohl die Städtenamen, die einem zuerst einfallen, wenn man an römische Siedlungen und Stadtgründungen aus der Zeit denkt, in der die Herrscher des römischen Reichs ihre Grenzen auch nördlich der Alpen immer weiter ausdehnten und in das Gebiet u.a. der Sueben, Ubier und Chatten eindrangen. In vielen deutschen Städten, aber auch ländlichen Gebieten finden sich heute die Überreste der römischen Herrschaft von vor 2000 Jahren - Denkmäler, Aquädukte, Brücken, Thermen und Amphitheater, die römische Kaiser bauen ließen, als sie ihre Truppen entlang des Rheins, Mains und der Donau im heutigen Deutschland ansiedelten. Holger Dietrich, Lehrbeauftragter für Alte Geschichte an der Universität Stuttgart, hat in seinem kleinen archäologischen Führer die wichtigsten Eckdaten und Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit für Köln, Mainz, Trier und den Ostalbkreis zusammengestellt und damit die Hauptwirkungsstätten römischer Kaiser auf germanischem Gebiet vorgestellt.

Die Eroberung und Sicherung neuen Herrschaftsgebietes waren sicherlich die Hauptgründe, warum sich römische Herrscher und Heerführer in Germanien aufhielten und Siedlungen bzw. Städte gründeten. Die meisten der deutschen Städte, die auf römische Siedlungen zurückgehen, sind deshalb aus militärischen Lagern entstanden. Für Mainz, Köln, das westfälische Haltern und das Kastell Aalen im Südwesten Deutschland trifft dies sicherlich zu; für Trier, die Stadt an der Mosel, gab es noch eine andere Daseinsberechtigung: Sie sollte nicht nur als bloßer Militärstützpunkt, sondern auch als Residenzstadt dienen.

Mal mehr, mal weniger verborgen zeigen sich heute die Überreste römischer Herrschaft in Deutschland. Viele Monumente wurden durch Zufall entdeckt, z.B. durch Bauarbeiten an einem Bahnhof (Mainz), oder sind heute nur deshalb so gut erhalten, weil sie im Mittelalter zweckentfremdet wurden - wie die Porta Nigra, das berühmte Stadttor Triers, das von der Kirche als Grablege benutzt wurde. Auf obligatorische Bauten und Einrichtungen, die man in fast jeder römischen Stadt finden konnte, nämlich Foren, Thermen und Amphitheater geht Holger Dietrich im Einzelnen für die Städte Köln, Mainz und Trier ein.

Entstehungs- und Grabungsgeschichte sowie den historischen Rahmen und die Einordnung in den jeweils modernen Stadtplan gibt er dabei so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig wieder. Nur logisch ist, dass bei einem handlichen archäologischen Führer von gut 100 Seiten mit dem Thema "römische Kaiser in Deutschland" nicht jedes Detail aufgeführt sein kann - was aber auch gar nicht nötig ist für den historisch interessierten Leser, der sich bei einem Kurztrip in eine dieser Städte oder Regionen die wichtigsten Denkmäler aus der römischen Kaiserzeit ansehen möchte und sich vorher oder nachher ein wenig fundiertes Hintergrundwissen anlesen möchte.

Holger Dietrichs "Römische Kaiser in Deutschland" ist in der Reihe "Der archäologische Führer", eine seit 2010 im Philipp von Zabern Verlag erscheinende populärwissenschaftliche Reiseführer-Reihe, erschienen. Der Verlag setzt den archäologisch-historischen Schwerpunkt dabei auf die antike Kultur und Reiseziele mit Zeugnissen der griechischen und römischen Antike. Wie auch andere Reiseführer enthalten die archäologischen Führer Infos zu Museen, Weblinks, Karten und Abbildungen - alles natürlich im Hinblick auf antike Monumente im heutigen Stadtbild. Abgerundet werden die Darstellungen durch Zitate antiker Schriftsteller, eine Zeittafel von der Eroberung Galliens durch Caesar bis zum Untergang des römischen Reiches, ein Glossar und ausreichend Literaturhinweise, so dass die Kenntnisse je nach Wunsch individuell vertieft werden können.

Sabine Mahnel
17.06.2013

 
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Das Buch:

Holger Dietrich:
Römische Kaiser in Deutschland. Der archäologische Führer

Bild: Buchcover Holger Dietrich, Römische Kaiser in Deutschland. Der archäologische Führer

Darmstadt: Philipp von Zabern Verlag 2013
112 S., € 19,99
ISBN: 978-3-8053-4603-0

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