Ratgeber

«Last Lecture»: Bewegendes Vermächtnis eines Todkranken

Randy Pausch (47) wird bald an Krebs sterben. Vielleicht ist er schon tot, wenn Sie sein Buch in die Hand nehmen. Aber mit «Last Lecture - Die Lehren meines Lebens» hat der amerikanische Computerwissenschaftler ein wunderbares Vermächtnis hinterlassen. Der schmale Band ist eine Vertiefung der ungewöhnlichen Abschiedsvorlesung über Lebensträume, die den Informatiker im vergangenen Jahr weltberühmt machte. In den USA schaffte es das Buch auf Anhieb auf Platz eins der Bestsellerliste in der Ratgeber-Sparte. Dabei ist es viel mehr als eine neue Anleitung zum Gutsein - es ist vor allem ein Zeugnis für Mut, Kraft und einen unglaublichen Lebenswillen.

Im September 2006 war bei Pausch Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden, eine der heimtückischsten Krebsarten überhaupt. Eine Operation und aggressivste Chemotherapie brachten nur vorübergehend Hoffnung. Im August 2007 gaben ihm die Ärzte noch drei bis sechs «gute» Monate.

Kurz darauf, am 18. September, hielt er in der Carnegie Mellon University in Pittsburgh (Pennsylvania) seine Abschiedsvorlesung - eine witzige und selbstironische Aufarbeitung seiner Kinderträume und ihrer Verwirklichung. «Ich bin nicht so deprimiert, wie ich vielleicht sein sollte», sagte er gleich zum Auftakt. Der Mitschnitt des Auftritts ist bis heute ein Hit im Internet, er bewegte Millionen von Menschen.

Zusammen mit dem US-Journalisten Jeffrey Zaslow hat Pausch diese «Last Lecture» nun noch ausführlicher mit seiner persönlichen Lebensgeschichte verknüpft. Seine Ratschläge klingen zwar gelegentlich etwas amerikanisch-einfach («Sei großzügig», «Sag' immer die Wahrheit», «Gib nie auf»), aber die Botschaft dahinter überzeugt.«Wir können die Karten nicht ändern, die wir bekommen, aber die Art, wie wir sie ausspielen», schreibt er.

Ohne jede Larmoyanz erzählt er von seinem Kampf gegen den Krebs, der Beziehung zu seiner Frau und dem Schmerz, sich von seinen drei Kindern Dylan, Logan und Chloe (6, 3 und knapp 2) zu verabschieden. In Internetblogs wird Pausch gelegentlich vorgeworfen, sein Sterben öffentlich zu inszenieren. Doch die übergroße Mehrheit - vor allem ebenfalls krebskranke Menschen - fühlt sich durch sein Vorbild ermutigt.

Regelmäßig gibt der Wissenschaftler auf seiner Website Auskunft über seinen Gesundheitszustand. Inzwischen hat der Krebs auch die Lunge und Lymphknoten befallen. «Das ist bedauerlich, aber wir wussten, dass es früher und später passiert», schreibt Pausch. In seinem Buch hat er schon vorab seinen Frieden gemacht. Trotz seines Krebses sei er ein glücklicher Mann gewesen, heißt es da. «Weil ich meine Träume verwirklicht habe.»

(Internet: www.thelastlecture.com

Nada Weigelt, dpa
13.05.2008

 
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Das Buch:

Randy Pausch:
Last Lecture - Die Lehren meines Lebens

Bild: Buchcover Randy Pausch, Last Lecture - Die Lehren meines Lebens

München:
C.Bertelsmann Verlag 2008
237 S., € 16,95
ISBN: 978-3-5700-1049-5

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