Autobiographie

Ein witziger Selbstversuch

Selten sind Selbsterfahrungsberichte so offenherzig geschrieben und am?sant zu lesen wie Joanne Fedlers "Hei?hunger". Der Titel l?sst bereits erahnen, worum es in dem B?chlein geht: die Last mit dem ewigen Hunger, den eine Di?t mit sich bringt. Und das Opfer ist auch schon gefunden - in Gestalt der Autorin h?chstpers?nlich. Mehr als zwanzig Kilogramm sollen mittels Sport und der richtigen Ern?hrung schmelzen wie Schnee unter der Sonne. Doch der Weg zum Traumk?rper ist einer voller Entbehrungen und allerlei Leiden. In den schwachen Momenten kann sie sich aber der Unterst?tzung ihres Gatten, der zwei Kinder und einer Ern?hrungsberaterin sicher sein. Und eines ist gewiss: Ohne ihre Hilfe wird Joanne es nie im Leben schaffen, ihr Wunschgewicht zu erreichen. 

Es ist immer die gleiche Ausrede, die f?r Joannes ?bergewicht herhalten muss. Nach ihrem Umzug von S?dafrika nach Australien hat sich die zweifache Mutter ziemlich alleine gef?hlt. Zwar wei? sie, dass Ehemann Zed sie mit jedem Fettp?lsterchen an ihrem K?rper liebt, aber schon seit l?ngerem f?hlt sich Joanne in ihrer eigenen Haut unwohl. Der erste Schritt in ein leichteres Leben ist ein ordentlicher Essensplan und der Wille, n?chste Woche mit dem Sport zu beginnen. Schwierig wird dies allerdings bei all den Verlockungen, die in ganzen Haus verteilt sind, um genau zu sein Chips, Schokolade und noch viel mehr k?stlichste Leckereien. Daf?r darf sich Joanne abends etwas g?nnen - n?mlich 14 Fusilli, gew?rzt mit einigen Bl?ttern Rucola. Bei solch einer mageren Kost f?ngt der Magen mehr als einmal an zu knurren. 

Um ihren Hunger zu vergessen, gibt sich Joanne den Tag ?ber ihren Gedanken hin und nimmt den Leser mit auf ihre Reise in die s?dafrikanische Heimat und in ihre Jahre auf dem College. Sie erinnert sich an verflossene Freunde, ihre erste gro?e Liebe und an die ersten Monate ihrer Auswanderung nach Australien. Doch je mehr sie ihr altes Leben betrachtet, umso st?rker nimmt die Sehnsucht nach der Steppe Afrikas zu, wo sie keinen Zw?ngen und Regeln des Alltags unterworfen war. Dort war sie frei und gl?cklich. Aber vielleicht ?ffnet sich ihr auch in Sydney eine neue T?r, hinter der das Gl?ck nur auf sie wartet. 

Nach "Weiberabend" gelingt Joanne Fedler mit "Hei?hunger" ein weiteres am?santes Lesest?ckchen, das man liebend gerne mehr als einmal verschlingt - so k?stlich kommt dieser witzige Selbsterfahrungsbericht daher. Und das Beste daran: Die Autorin scheut sich nicht vor Selbstkritik, schreibt offenherzig, sehr charmant und mit flotter Hand, sodass man ein S?ttigungsgef?hl bei der Lekt?re wohl kaum bef?rchten muss. So macht Fedler all jenen Mut, die genug vom Dauerhungern und st?ndigen Magenknurren haben, denn sie l?sst uns wissen: Der harte Kampf lohnt sich! So wie auch das Lesen dieser Geschichte, die lustige Unterhaltung schenkt - mit einer extragro?en Portion an Zen-Mentalit?t, Selbstironie und Gef?hl auf der ganzen Linie. 

Susann Fleischer 
21.03.2011

 
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Das Buch:

Joanne Fedler: Heißhunger. Aus dem Englischen von Katharina Volk

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München: Knaur Verlag 2011
464 S., € 14,99
ISBN: 978-3-426-65251-0

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