Medien & Gesellschaft

Das Leben leben

Die Stimme, die aus jeder Zeile dieses Buches spricht, ist erfüllt von einer tiefen Liebe zum Menschen und zugleich von einer aufrichtigen Besorgtheit um sein Schicksal. Das Leben als ein dynamisches, vielfältiges und widersprüchliches Phänomen und der Platz des Menschen in diesem Leben sind die beiden Grundtöne dieses intellektuell an­spruchsvollen Sammelbandes.

Mit einer emphatischen Bejahung eines sinnvollen Daseins wird das Buch eröffnet: das Gedicht „Lebensfreude" bildet eine Art Prolog, der den Leser auf den Ton und die Thema­tik der darauffolgenden Darstellung vorbereitet. Es ist gewiß kein Zufall, daß das letzte Gedicht der Sammlung „Das Leben ist lebenswert" heißt – auf diese Weise erhält das Buch einen inhaltlich-formalen Rahmen, der seine Kernidee demonstrativ in den Vordergrund rückt. Zwei weitere Texte unterstreichen und begründen den Lebensgedanken: „Carpe diem – jeden Tag unsere Zeit optimal nutzen" und „Memento mori". Die antiken Botschaften: „Nutze den Tag!" und „Gedenke des Todes!" – die Aufforderung zum Genuß des Lebens und die Mahnung an dessen Vergänglichkeit – stellen die Reflexionen des Autors in einen breiten literaturhistorischen Kontext und verleihen ihnen eine ungeahnte Dimension.

Es scheint wichtig hervorzuheben, daß der Autor bei aller ausdrücklichen Bekenntnis zu einem erfüllten Leben dieses nie als nur ein intuitives und freies Sich-Ausleben, sondern stets als ein zielgerichtetes, auch mit Anstrengung einhergehendes Dasein begreift. Das Streben nach Wissen, nach Erkenntnis unserer moralischen und physikalischen Lebens­gesetze, nach einem nützlichen und sinnerfüllten Tun – dies ist, was einen Menschen zu einem ehrwürdigen Mitglied unserer Gesellschaft macht. Und ständig wird man in diesen Zeilen mit dem Gedanken konfrontiert, daß das Glück nicht an das Materielle, sondern an geistige Werte gebunden ist: Frei denken und handeln und unsere Fähigkeiten maximal einsetzen können, der Welt mit offenen Augen zu begegnen und seinen Eindrücken offen Ausdruck zu verleihen – das macht das Leben lebenswert.

Das Buch bietet dem Leser zahlreiche Anregungen zum Denken und wohl auch zum Überdenken eigener Positionen und Lebensmaximen.

avv
09.02.2004

 
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Das Buch:

Hermann Alfred Denzel:
Mensch und Menschlichkeit. Was sollte und könnte der Mansch alles tun für eine bessere Welt?

Frankfurt/M.: Haag und Herchen 2003
ISBN: 3-89846-237-4

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