Medien & Gesellschaft

(Kurioses) Wissen als Kür

In Momenten, in denen dem eigenen Wissen Grenzen gesetzt sind, stellt ein Lexikon ein unverzichtbares Gebrauchswerk dar, das Informationen kompakt präsentiert. Was allerdings fehlt, sind Bücher wie Brockhaus´ "Was so nicht im Lexikon steht", die kuriosen Fundstücken einen angemessenen Platz bieten. Wie seltsam die Welt des Wissens tatsächlich ist, erfährt man erst, wenn man den Kopf über die 224 Buchseiten senkt und vor lauter Staunen immer größere Augen bekommt. 

Man kann nachlesen, dass man im 17. und 18. Jahrhundert für einen Karpfen den sechsfachen Preis von Rindfleisch hinlegen musste, man mit zehn Fingern bequem bis 28(!) zählen kann, eine einzige Kuh vor langer Zeit 150.000 Chicagoer obdachlos machte, Kolibris im Gegensatz zur Mücke echte Lahmflügler sind, Dichter Vergil 800.000 Sesterzen springen ließ, um einer Schmeißfliege ein ordentliches Begräbnis zu schenken, und die Bundesbürger sich jährlich sage und schreibe eine Milliarde Mal Eis am Stiel schmecken lassen. Gut 200 solcher wissenswerten, amüsanten Fakten sowie zahlreiche Anekdoten geben Aufschluss über eine Welt, wie wir sie woanders nie so kennenlernen würden wie nun mit diesem Buch und dank dem Brockhaus. 

Pro Seite steht eine Frage im Mittelpunkt des Interesses. Wie von einem guten Lexikon nicht anders zu erwarten, sind die Antworten in aller Kürze und trotzdem ausführlich gehalten. Der Unterschied zu anderen Büchern ist allerdings der Plauderton, mit dem der Autor Joachim Heimannsberg das unnütze(?) Wissen dieser Welt unterhaltsam dem Leser vermittelt und dabei für Kurzweile sorgt - ein Konzept, mit dem „Was so nicht im Lexikon steht“ gegen den Strom schwimmt und deshalb so einzigartig ist. 

Brockhaus steht seit jeher für Qualität, die mit ihrem kleinen Preis jeden Wissenshungrigen von sich überzeugt. So ergeht es einem auch mit "Was so nicht im Lexikon steht" - ein Klassiker, der eine Fundgrube voller Kuriositäten, Anekdoten und Wissenswertem darstellt und aus diesem Grunde zum Stöbern und Staunen einlädt. Langeweile macht sich bei der Lektüre all der interessanten Fakten wohl kaum breit, denn der augenzwinkernde Sprachstil schenkt Kurzweile in ihrer schönsten Form. 

Susann Fleischer 
24.01.2011

 
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Das Buch:

Joachim Heimannsberg:
Brockhaus - Was so nicht im Lexikon steht. Mit Illustrationen von Michael Meier

Bild: Buchcover Joachim Heimannsberg, Brockhaus. Was so nicht im Lexikon steht

Gütersloh: F. A. Brockhaus in der wissenmedia GmbH 2010
224 S., € 7,95
ISBN: 978-3-577-07331-8

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